Sturztraining 2010

Am Sonntag, 11. April treffen sich 21 Mitglieder und Gäste der fpvs zum Sturztraining in der Trainingshalle des Judo-Teams Bülach. Unter der Leitung von Kurt Nägeli und seiner Tochter Janine wollen wir lernen, richtig vom Pferd zu fallen. Nicht, dass das einer von uns unbedingt vorhat! Doch wir wollen uns auf den Fall der Fälle vorbereiten.

Gleich zu Beginn spricht Kurt Nägeli ein wichtiges Thema an: in vielen anderen Sportarten ist es üblich, dass sich der Sportler vor dem Training oder Wettkampf aufwärmt. Nur die Reiter scheinen diese Regel eher selten umzusetzen und so bekommen wir gleich den ersten Tipp mit auf den Heimweg, das Aufwärmen von Ross und Reiter gleichermassen zu beachten.

Während wir in der Halle laufend unsere Runden ziehen, kommen schon die ersten Reaktionsaufgaben auf uns zu wie rasche Wendungen oder Anhalten und den Partner, der hinter uns läuft, aufhalten. Schrittweise machen wir uns mit der ersten Falltechnik, dem Rückwärtsfallen, vertraut und stossen unsere Trainingspartner auf die Matten. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist im Trainingsraum Gelächter zu hören. Denn obwohl wir uns ernsthaft mit dem Thema „Fallen“ auseinandersetzen, kommt der Spass während des ganzen Kurses nicht zu kurz.

Vorwärts fallen und Seitwärts fallen heissen die nächsten Stufen, an die wir uns dank den genauen Anweisungen unserer Kursleiter heranwagen, die unsere Fortschritte auch sorgfältig kontrollieren und kommentieren. Rasch merken wir, dass Reithelm und Reitweste die Falltechnik merklich beeinflussen und dass diese Ausrüstungsgegenstände ein wichtiger Bestandteil im Training sind. Funktioniert die Rolle vorwärts ohne Helm noch recht elegant, bleibe ich mit Helm beim ersten Versuch in der halben Übung „hängen“.

Nach einer kurzen Mittagspause und einem „Fitnessprogramm für Reiter“ wiederholen wir die Fallübungen vom Morgen und wenden uns neuen Übungen zu. So üben wir z.B. das richtige Abrollen mit Hilfe eines grossen Gymnastikballs, den wir uns gegenseitig zuspielen. Gar nicht so einfach das Ganze, vor allem wenn man diese wie die Übungen zuvor nicht nur auf der „guten“ sondern auch auf der „schlechten“ Seite absolvieren muss.

Und dann geht’s auch schon hoch hinaus: die Teilnehmer nehmen sich gegenseitig „Huckepack“ und der „Reiter“ lässt sich über die Schulter seines Helfers nach vorne fallen. Das braucht für manche einige Überwindung. Genau wie für die Übung, bei der wir uns rückwärts von einer Bank fallen lassen, die zu einem späteren Zeitpunkt auch noch angehoben wird.

Der Kurs endet an diesem Tag mit einer kurzen Nachbesprechung mit weiteren Trainingstipps. Die meisten Teilnehmer haben noch einige Tage etwas von dem Kurs, denn nicht nur ich weiss von einem kräftigen Muskelkater zu berichten. Und auch die Schulterverletzung, die sich eine Teilnehmerin beim Training zugezogen hat, ist zum Glück wieder abgeheilt.

Franziska Huber